Zwei hochpräzise ASTRO APS Sternsensoren des Thüringer Raumfahrtunternehmens Jena-Optronik GmbH übernehmen eine entscheidende Rolle im Rahmen der NASA Mission Artemis II: Sie leiten das Raumschiff „Orion“ sicher auf seinem Weg in die Mondumlaufbahn.
Artemis II ist am 02.04.2026 um 00:35 Uhr MEZ erfolgreich ins All gestartet. Für die Entwicklung und den Bau des Raumschiffs Orion wurde das US-Unternehmen Lockheed Martin von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ausgewählt. Für die exakte Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs auf seinem langen Weg zum Mond - und zurück - vertraut das US-Unternehmen auf Sternsensoren vom Typ ASTRO© APS aus Jena.
Für diese besondere Mission sind Genauigkeit und Zuverlässigkeit von größter Bedeutung. Die Genauigkeit wird maßgeblich durch die enormen Entfernungen zwischen Erde und Mond bestimmt. Bereits kleine Fehler können aufgrund der großen Distanz zwischen unserem Planeten und seinem Trabanten zu erheblichen Kursabweichungen bei der Raumkapsel führen. Da der Treibstoffvorrat für Lenkmanöver begrenzt ist, müssen Korrekturen möglichst vermieden werden. Bei astronautischen Missionen ist die Zuverlässigkeit ganz besonders wichtig. Einmal im All muss der Sternsensor ohne äußeren Eingriff zuverlässig die Orientierungsinformation liefern, um so den Erfolg der Mission zu gewährleisten und die Astronaut:innen an Bord wieder sicher zurück zur Erde zu bringen.
„Alle unseren Sternsensoren werden auf maximale Qualität ausgelegt und gründlich für den Einsatz im All getestet. Bei der astronautischen Raumfahrt gelten jedoch zusätzliche Anforderungen, insbesondere an die Software, um die Sicherheit der Besatzung zu gewährleisten.
In unserem Projektteam wird besonderes Augenmerk auf diese Aspekte gelegt und wir sind stolz, an solchen wegweisenden Missionen beteiligt zu sein“, erläutert Andreas Deter, Projektleiter Sternsensoren bei Jena-Optronik.
Wie fliegt man eigentlich zum Mond?
Der Sternsensor dient als Navigationssystem für das Raumschiff und nutzt dabei die immer vorhandenen Sterne zur Orientierung.
Im ersten Schritt nimmt er Bilder der Sterne im Sichtfeld des Sensors auf. Die Lage der Sterne und deren Bewegungsbahnen in der Galaxie sind bekannt und können im Sternsensor als Sternkatalog gespeichert werden. Mit diesem Katalog lässt sich das Sternenbild für einen beliebigen Zeitpunkt bestimmen.
Im zweiten Schritt ermittelt der Sternsensor aus dem Vergleich mit dem Sternkatalog die Orientierung der Satelliten oder Raumschiffe, wie in diesem Fall Orion. Diese Informationen gibt er an das Steuerungssystem weiter und ermöglicht damit die präzise Einhaltung der zuvor berechneten Flugbahnen.
So kann der Sternsensor das Orion-Raumschiff zum Mond sowie wieder sicher zurück zur Erde zu führen.
Peter Kapell, Geschäftsführer der Jena-Optronik zur Bedeutung der Mission: „Es ist eine große Ehre diesen Meilenstein der Raumfahrt unterstützen zu dürfen! Wir möchten allen an diesem ganz besonderen Programm beteiligten Unternehmen, Instituten und Raumfahrtagenturen gratulieren.
Raumfahrt ist Teamarbeit. Internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt ist entscheidend, um solch komplexe Projekte zu bewältigen, den Austausch von Wissen und Technologie zu fördern und globale Herausforderungen zu lösen.
Europas Beteiligung am Artemis-Programm bietet die Möglichkeit, die zukünftige Mondinfrastrukturmitzugestalten und auch an weiteren, anderen Mondmissionen teilzunehmen. Dadurch kann Europa seine Expertise und technologischen Fähigkeiten in der Raumfahrt stärken und eine führende Rolle bei der Erforschung des Mondes übernehmen.“
Weiterführende Informationen
ARD Mediathek „Artemis 2 - Zurück zum Mond. Wie die NASA mit Technik aus Deutschland zum Mond fliegt“
Presseinformation zum Start von Artemis I „Raumschiff Orion dank Sensoren aus Jena auf dem Weg zum Mond“
„Orion Reference Guide“ der NASA mit Sternsensoren ASTRO APS auf Seite 18f (englisch)