Copernicus ein großer Erfolg auch Dank Jenaer Beiträge zur Erdbeobachtung

Am 25. April 2018 startete im Rahmen des europäischen COPERNICUS-Erdbeobachtungsprogramms der Satellit Sentinel-3B - gebaut von Thales Alenia Space - mit Technologie des Raumfahrtunternehmens Jena-Optronik GmbH an Bord und sendet  erfolgreich Bilder.

 

Die Nutzung von Erdbeobachtungsdaten aus dem All hat noch nicht sein ganzes Potenzial ausgeschöpft, doch zeigt sich bereits heute die große Bedeutung in breit gefächerten Anwendungsgebieten wie Land- und Forstwirtschaft, der Versicherungswirtschaft, der Energiewirtschaft, dem Städtebau, der Fischerei oder der Klimaforschung.
Das Copernicus-Programm der EU hat einen großen Anteil daran, denn die Daten werden frei zur Verfügung gestellt. Das Programm wird von der Europäischen Kommission koordiniert sowie für das Raumsegment von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA finanziert und umgesetzt. Die „Sentinel“ (engl. „Wächter) – Satelliten werden Erdbeobachtungsdaten in neuer Qualität und Umfang liefern.


Die Sentinel-3-Satelliten spielen im Copernicus-Programm eine wichtige Rolle bei der Überwachung der Weltmeere. So helfen die gewonnenen Daten zum Beispiel bei der Vorhersage von Algenblütenphasen. Laut einer Studie der EU konnten Fischereibetriebe, alleine durch die Nutzung dieser Vorhersagedaten Produktivitätssteigerungen von fünf Prozent erzielen.* 


Mit der erfolgreichen Entwicklung und dem Bau wesentlicher Elemente für das Sentinel-3 „Sea and Land Surface Temperature Radiometer“ (kurz: SLSTR) hat Jena-Optronik seine herausragendes Stellung als Lieferant für Spitzentechnologie zur weltraumgestützten Erdbeobachtung unter Beweis gestellt. 


SLSTR misst die Meeres- und Landoberflächentemperatur. Es ist eins von zwei optischen Hauptinstrumenten auf Sentinel-3B Satelliten, welches von Thales Alenia Space in Frankreich im Auftrag der ESA realisiert wird. Hauptauftragnehmer für das SLSTR ist die Firma Leonardo aus Italien. Die Jena-Optronik ist Teil des Kernteams zur Entwicklung und Fertigung der SLSTR Nutzlast. Das Thüringer Raumfahrtunternehmen verantwortet die Tragestruktur des Instrumentes, in welche optische Baugruppen und Mechanismen integriert wurden. An alle Baugruppen und Mechanismen sowie die Struktur selbst werden extrem hohe Forderungen bezüglich Stabilität, Leistungsfähigkeit und Lebensdauer.


„Ein so komplexes Projekt wie der Sentinel-3-Satellit gelingt nur, wenn alle Beteiligten vom Endkunden bis hin zu den Lieferanten lösungsorientiert zusammenarbeiten und einander vertrauen. Wir bedanken uns bei Leonardo aus Italien und Thales Alenia Space aus Frankreich sowie der ESA für das große Vertrauen und für die gute Zusammenarbeit im Projekt“ erläutert Dr. Reinhard Berger, Leiter Projekte und Programme bei Jena-Optronik GmbH. „Der 2016 gestartete Sentinel-3A Satellit bestätigt mit seinen herausragenden Messwerten bereits den Erfolg der Zusammenarbeit. Wir sind stolz, dazu einen so wichtigen Beitrag geliefert zu haben und wir sind  überzeugt, dass der Zwillingssatellit Sentinel-3B dies nach Auswertung der ersten Aufnahmen in gleicher Weise bestätigen wird.“


Das Projekt ist ein wichtiger  Wachstumspfeiler von Jena-Optronik und hat zur Schaffung und Sicherung vieler hochwertiger Arbeitsplätze im Jenaer Raumfahrtunternehmen beigetragen.


„Wir haben unsere Arbeiten zu dieser Mission bereits 2016 abgeschlossen, und die großen Anstrengungen sind schon etwas in Vergessenheit geraten, sind überdeckt von neuen Aufgaben und Herausforderungen. Größte Belohnung ist es, das zweite Instrument mit gleich guter Leistung wie das erste arbeiten zu sehen. Der Start des Satelliten ist uns auch Ansporn für den gerade laufenden Nachbau zwei weiterer Instrumente“, unterstreicht Wolfgang Engel Projektleiter Sentinel-3 bei Jena-Optronik GmbH.


Derzeit hat die EU über die ESA Studien für sechs neue Sentinel-Missionstypen als Fortsetzung des Copernicus-Programms nach Komplettierung der jetzt geplanten Sentinel-Konstellation in Auftrag gegeben. Die Erfolgsgeschichte von Copernicus geht weiter.

 

* Quelle: European Commission „Ocean Monitoring“, veröffentlicht Februar 2017 [abgerufen am 09.03.2018]

 

Erste Aufnahmen des Satelliten von der Erde finden Sie hier zum Download. Bitte berücksichtigen Sie die Copyright-Hinweise.

Bilder der ESA zum Start des Satelliten Sentinel-3B finden Sie hier.

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