Mars in Sicht: Sensoren von Jena Optronik leiten die MMX Mission der JAXA zu den Marsmonden

Die am 20. Oktober 2026 gestartete Martian Moons eXploration (MMX)‑Mission der japanischen Weltraumagentur JAXA hat das Ziel, die Marsmonde Phobos und Deimos zu erforschen, ihren Ursprung zu klären und tiefere Einblicke in die Geschichte des Sonnensystems zu gewinnen.

 

Die Raumsonde MMX wird auf Phobos landen, dort mehr als 10 Gramm Material sammeln und das Depot bis 2031 zur Erde zurückführen. Damit soll eine zentrale wissenschaftliche Frage beantwortet werden: Handelt es sich bei den Marsmonden um eingefangene Asteroiden oder um Trümmer, die bei einem gewaltigen Einschlag auf dem Mars entstanden sind?

 

Zwei von Jena‑Optronik entwickelte und gebaute ASTRO APS‑Sternsensoren leiten diese bahnbrechende Mission zu ihrem Ziel.

 

Die MMX‑Mission wird von JAXA koordiniert und ist ein internationales Gemeinschaftsprojekt, an dem NASA, CNES, DLR und ESA beteiligt sind. Die Mitsubishi Electric Corporation (MELCO) fungiert als Hauptauftragnehmer und verantwortet die gesamte Entwicklung und Fertigung. Jena‑Optronik liefert als Schlüsselzulieferer von MELCO die ASTRO APS‑Sternsensoren als Teil des Lage‑ und Bahnsteuerungssystems (AOCS) und trägt damit entscheidend zum Erfolg der Mission bei.

 

Sternsensoren dienen als das „Auge“ des Lageregelungssystems der Raumsonde:

 

  • Präzise Navigationsgrundlage: Sie erfassen das umgebende Sternenfeld und vergleichen es augenblicklich mit einem integrierten Sternenkatalog, um die exakte Ausrichtung der Sonde im Raum zu bestimmen.
  • Flugbahngenauigkeit: Punktgenaue Navigationsdaten sind unerlässlich für den interplanetaren Transferflug zum Mars sowie für die komplexen Einschwenkmanöver in die Umlaufbahnen von Phobos und Deimos.
  • Ausrichtung wissenschaftlicher Instrumente: Wissenschaftliche Instrumente (Kameras, Spektrometer) sind auf eine hochpräzise Ausrichtung angewiesen, um genaue Daten von den Oberflächen der Marsmonde zu erfassen.
  • Annäherung und Probenrückführung: Die sichere Ausbringung des Rovers und die Entnahme von Oberflächenproben erfordern eine extrem stabile Positionierung während der Nahbereichsmanöver und entlang der Landekorridore.

 

Der ASTRO APS bietet spezifische technologische Vorteile, die speziell auf die extremen Anforderungen von Deep-Space-Missionen zugeschnitten sind:

 

  • Hohe Strahlungsfestigkeit: Basierend auf fortgeschrittener Active-Pixel-Sensor-Technologie (CMOS) zeichnet sich der ASTRO APS durch eine außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber der harten kosmischen Strahlung während des interplanetaren Transits aus.
  • Umfangreiche Flughistorie („Flight Heritage“): Als einer der verlässlichsten Sternsensoren auf dem Markt bietet er bewährte Zuverlässigkeit für anspruchsvolle Wissenschafts- und Explorationsmissionen.Optimiertes SWaP-Verhältnis (Größe, Gewicht und Leistung): Er liefert hochpräzise Leistung bei geringem Gewicht und niedrigem Stromverbrauch – ein entscheidender Faktor für Nutzlasten im tiefen Weltraum.
  • Schnelle autonome Orientierung („Lost-in-Space“-Modus): Er ist in der Lage, die Orientierung im Raum innerhalb von Sekunden ohne vorherige Lageinformationen zu bestimmen – selbst nach unerwarteten Manövern oder Störungen.
  • Überlegene Streulichtunterdrückung: Ein fortschrittliches optisches Design verhindert, dass Lichtreflexionen von der Sonne oder von Mondoberflächen den Sensor bei Nahanflugmanövern blenden.
  • Bewährt auf dem Mond: Der ASTRO APS bringt direkte Erfahrung mit Mondlandungen mit: Im Rahmen der SLIM-Mission („Smart Lander for Investigating Moon“) der JAXA ist er erfolgreich auf der Oberfläche des Erdmondes gelandet und wurde dort betrieben.

Bilder: © Jena-Optronik GmbH

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