
RVS
Rendezvous- und Docking Sensor
Die Spezialisten der Jena-Optronik entwickelten den RVS für die europäische Raumfahrtagentur ESA und die japanische Raumfahrtagentur JAXA sowie den amerikanischen „Cygnus“, um das automatische Andocken unbemannter Transportfahrzeuge an die Internationale Raumstation ISS zu ermöglichen.
Mit dem erfolgreichen Andocken des ersten ATV „Jule Verne“ an die ISS erlebte Europa 2008 eine Weltpremiere im All.
Das System RVS ist in der Lage, ab einer Entfernung von rund 3.000 Metern Entfernung und Anflugrichtung des ATV zur Internationalen Raumstation zu messen: RVS sendet Laser-Strahlen als kurze Lichtpulse, ein Spiegelsystem im RVS lenkt diese Lichtpulse zur ISS. Am russischen Modul „Svesda“ der ISS, an dem das ATV andockt, sitzen spezielle Reflektoren – vergleichbar mit den Rückstrahlern von Autos, nur wesentlich präziser und deshalb effizienter – die das Laser-Licht zurückstrahlen.
Dieses Licht wird vom RVS wieder eingefangen. Aus dem Zeitunterschied zwischen gesendetem und wieder eingefangenem Lichtpuls und der „Blickrichtung“ des Spiegelsystems wird dann berechnet, wie weit die beiden Weltraumgefährte voneinander entfernt sind, welche Relativ-Geschwindigkeit diese haben und in welchem Winkel sie zueinander liegen, damit das Versorgungsschiff schließlich zielgenau und sicher andocken kann.
Ein Prototyp des RVS kam bereits erfolgreich beim Andocken der Raumfähren STS-84 und STST-86 an die Weltraumstation MIR im Jahr 1997 zum Einsatz.
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